Abendstimmung am Walberla

‘S Walberla (offiziell die “Ehrenbürg”) ist der Berg der Franken. Der schon von Weitem sichtbare Tafelberg mit seinen beiden Gipfeln und dem dazwischenliegenden Hochplateau mit der kleinen Walburgis-Kapelle prägt die Gegend mit dem umliegenden Kirschbäumen und bietet den Besuchern traumhafte Aus- und Fernblicke. Gerade abends zieht es die Wanderer, Spaziergänger und Mountainbiker in die Höhe, um im entschwindenden Sonnenlicht die Gedanken schweifen zu lassen und die Blicke in der Weite von Regnitztal und Fränkischer Schweiz zu verlieren. Seit der Keltenzeit betrachten viele das Walberla als Kraftort, sei es durch den erhöhten Standort mit den steil abfallenden Bergflanken, die Weite der Hochebene über die schutzlos der Wind pfeift, die uralten Riffe mit ihren markanten Felsformationen oder das Gefühl der Erhabenheit und Leichtigkeit beim Blick ins Tal. Vielleicht ist aber auch einfach die Maß Bier am Walberlafest Anfang Mai schuld. Das Bild entstand an einem Abend im Spätherbst. Der Tag war sonnig, klar und kalt. Ein scharfer Wind sorgte für eine klare Luft. 20 Minuten bevor die Sonne den Horizont berührte schoben sich Wolken davor und zauberten diese eigenartige Stimmung in die Weite der oberfränkischen Landschaft. Um das Licht mit den herbstlichen Farbtönen stärker zu betonen, wurde das Bild als HDR aufgenommen. Die Gelb-, Orange- und Rottöne zeigen noch die verblassende Wärme eines der letzten schönen Herbsttage vor Anbruch der kalten Nacht. Bei Bildern mit hohem Dynamikumfang, also einer Erweiterung der Helligkeitsunterschiede der sichtbaren Farben werden mehrere Bilder mit jeweils unterschiedlichen Belichtungen übereinander gelegt. Bei diesem Bild sind es drei Aufnahmen, die unter-, korrekt und überbelichtet wurden.

Fotograf Werner Wich, aufgenommen kurz nach 16 Uhr mit Blickrichtung Süd-West zur Wiesentahauer Nadel (Felsformation links) , Weitwinkel, Belichtungszeit je 1/200 Sekunde

Werner Wich bekam die erste Kamera 1972. Eine Kodak Instamatix 155X mit kindgerechter Bedienung, sprich zwei Belichtungseinstellungen – Sonne und Wolken. Seit der Zeit ging die eine oder andere Kamera durch seine Hände. Zu Analogzeiten wurden Filme selbst entwickelt und die Bilder zu Papier gebracht. Der Umstieg in die digitale Welt erfolgte im Jahr 2000. Die erste Digitalkamera war gleich das Spitzenmodell von SONY, kostete damals über 2.000 Mark und hatte drei Megapixel. Heute fotografiert er mit einer digitalen Vollformatkamera und experimentiert mit alten Objektiven oder Plastiklinsen daran. Daneben ist die Fotografie mit alten Kameraschätzen sein Hobby. Seine Umwelt dokumentiert er auf seiner Website “Werners Fotogedöns“. Seit 2009 leitet er den VHS Fotoclub.

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