Darß Weststrand 23 Uhr

Der Weststrand am Darß ist von Arte zu den 20 markantesten Stränden der Welt gewählt worden. Der Strand präsentiert sich dort unberührt, wild, vom Wind zerzaust, von den Wellen geküsst oder auch zerschlagen und wird von der Natur jedes Jahr neu gestaltet. Die Sommernächte dort an der Ostsee haben schon den leichten Milchschimmer des hohen Nordens, der es auch unterhalb des Polarkreises nie ganz dunkel werden lässt. Es dauert deshalb ziemlich lange, bis der Himmel nach Sonnenuntergang richtig schwarz wird. Das Bild ist um 23:10 Uhr entstanden. Die Wellen spülen Treibholz an, dass sich das Meer zuvor bei Sturm aus dem Darßer Wald geholt haben. All dies soll das Bild symbolisieren. Den ausgezehrten Rest des Baumes, dessen Rinde von den Wellen vom blanken Holz gescheuert wird. Das mystische, immerwährende Spiel der Wellen mit dem Sandstrand, das die Fußspuren der Erholungssuchenden verwischt und den Strand jede Nacht aufs Neue unberührt erscheinen lässt. Die unendliche Weite des Himmels, in dem der Wind die Wolken schiebt, sie zerfasert und neu entstehen lässt. Den verblassenden Schimmer des lang schon vergangenen Sonnenuntergangs mit seinen letzten intensiven Rottönen. Und die vielen Nuancen von Blau, von einem karibischen Leuchten, wo das Wasser den Himmel spiegelt bis zu einem tiefdunklen Horizont, der sich langsam im unendlichen Schwarz der Nacht verliert, Die Summe dieser Eindrücke verzaubert die wenigen Betrachter, die in den letzten Minuten des sich verabschiedenden Tages diese Stimmung der Natur mit dem verwunschenen Licht in sich aufnehmen.

Fotograf Werner Wich, aufgenommen nördlich von Ahrenshoop, Weitwinkel, Belichtungszeit 15 Sekunden

Werner Wich bekam die erste Kamera 1972. Eine Kodak Instamatix 155X mit kindgerechter Bedienung, sprich zwei Belichtungseinstellungen – Sonne und Wolken. Seit der Zeit ging die eine oder andere Kamera durch seine Hände. Zu Analogzeiten wurden Filme selbst entwickelt und die Bilder zu Papier gebracht. Der Umstieg in die digitale Welt erfolgte im Jahr 2000. Die erste Digitalkamera war gleich das Spitzenmodell von SONY, kostete damals über 2.000 Mark und hatte drei Megapixel. Heute fotografiert er mit einer digitalen Vollformatkamera und experimentiert mit alten Objektiven oder Plastiklinsen daran. Daneben ist die Fotografie mit alten Kameraschätzen sein Hobby. Seine Umwelt dokumentiert er auf seiner Website “Werners Fotogedöns“. Seit 2009 leitet er den VHS Fotoclub.

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