Fotoexperimente in der VHS

Die nasskalte Jahreszeit ist angebrochen und wir haben uns zum Fotografieren in die warme Stube zurückgezogen. Heuer standen Fotoexperimente mit (fast) alltäglichen Dingen an.Und ganz exklusiv, quasi als Weihnachtsgeschenk für alle Dabei-oder-Nicht-Dabei-Gewesenen, gibt’s ein “Making Of” als Rezeptsammlung zum Nachmachen daheim.

Experiment 1 – Das Geheimnis der Schokolinsen
Das ist mal was für Süßmäuler. Ihr braucht eine Packung Schokolinsen, egal ob m&*s, Smar*ies oder eine andere Sorte. Der Rest darf nach dem Fotoshooting gerne aufgegessen werden. Dazu einen dunklen Untergrund (schwarzes Shirt oder Fotokarton), ein Glasgefäß, eine kleine Lichtquelle (z. B. eine Taschenlampe) und Wasser. Die Schokolinsen werden ins trockene Gefäß gelegt und dann wird die Kamera eingerichtet und fokussiert. Nun vorsichtig Wasser dazu, die Schokolinsen dürfen sich nicht bewegen. Je wärmer das Wasser, desto schneller löst sich die farbige Zuckerschicht um die Linsen auf und zaubert farbige Schlieren ins Wasser. Das kann beliebig oft wiederholt werden, bis die Packung leer ist. Nehmt unterschiedliche Farbkombinationen und ordnet die Linsen immer wieder verschieden an.

Experiment 2 – Das geheimnisvolle Glas
Ihr braucht eine Lichtquelle (im Beispiel ein Baustrahler), eine Farbfolie oder farbiges Papier, eine Strukur (z. B. ein geflochtenes Platzset vom Esstisch) und eine Glaskugel. Die Glaskugel hatte ich im Wahrsagerbedarf 🙂 für kleines Geld gekauft. Achtet dabei darauf, dass die Kugel so 8 bis 10 Zentimeter Durchmesser hat. Oder nehmt einfach ein Glas mit Wasser, das tut’s am Anfang auch.

Experiment 3 – Dunkelfeldfotografie
Dunkelfeld, was ist denn das? Normalerweise nutzen wir beim Fotografieren das reflektierte Licht. Beim Dunkelfeld wird das Licht ganz flach von der Seite aus eingestrahlt, damit erst einmal nichts von der Fläche reflektiert wird. Der meiste Teil des Subjekts bleibt also dunkel. Nur Kanten, Kratzer, Vertiefungen oder Prägungen reflektieren und haben einen hohen Kontrast. Deshalb ähnelt das Bild einem Negativ. Durch den hohen Kontrast werden die Kontoren wesentlich stärker hervorgehoben. Dieses Prinzip wird auch bei Mikroskopen genutzt. Im einfachsten Fall baut ihr euch aus schwarzem Karton eine Röhre und stülpt sie über das Objektiv. Legt ein Ein- oder Zwei-Euro-Stück auf Tisch oder Boden und geht so nah ran, dass das Licht nur noch durch einen winzigen Spalt zwischen Münze und Röhre von allen Seiten einfallen kann. Mit mehreren Lichtquellen könnt ihr den Lichteinfall verstärken und mit einem schmalen weißen Streifen am Röhrenende wird das Licht gestreut.

So – und hier kommen jetzt die Bilder. Ich bin schon gespannt, ob was von euren Experimenten bei der Bilderflut im Januar zu sehen ist.

Bildquelle Fotos auf dieser Seite: © Werner Wich
Fotoexperimente in der VHS

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